{"id":3925,"date":"2022-09-02T00:00:00","date_gmt":"2022-09-01T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kirche-aktuell.de\/?p=3925"},"modified":"2022-09-02T00:00:00","modified_gmt":"2022-09-01T22:00:00","slug":"4-synodalversammlung-8-10-9-22-in-frankfurt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kirche-aktuell.de\/?p=3925","title":{"rendered":"4. Synodalversammlung 8. \u2013 10.9.22 in Frankfurt"},"content":{"rendered":"<p>Wie kann ich die Synodalversammlung verfolgen?<\/p>\n<p>Dokumente, Reden und Beitr\u00e4ge zum Synodalen Weg sind unter www.synodalerweg.de verf\u00fcgbar. Live \u00fcbertragen wird die Versammlung unter anderem auf dem Youtube-Kanal der Bischofskonferenz.<\/p>\n<p \/>\n<p>Stephan Langer<\/p>\n<p><strong>Synodaler Weg<\/strong><\/p>\n<h1>Das Ger\u00fccht vom Sonderweg<\/h1>\n<p><em>Die vierte Synodalversammlung wird eine entscheidende Etappe. Das zeigt allein schon der aktuelle Eifer der Reformgegner.<\/em><\/p>\n<p>Hoffnungsvoll, ja geradezu beschwingt gingen viele Synodale nach der letzten Plenarversammlung vor einem halben Jahr auseinander. Der bef\u00fcrchtete gro\u00dfe Knall war ausgeblieben, man hatte weitgehend konstruktiv zusammengearbeitet \u2013 und so konnten schlie\u00dflich die ersten Texte beschlossen werden. \u201eIch bin zuversichtlich, dass uns der Durchbruch in eine ver\u00e4nderte Kultur gelingt: deutlich partizipativer, gerechter, in geteilter Verantwortung aller, die durch Taufe und Firmung zum Gottesvolk geh\u00f6ren\u201c, erkl\u00e4rte Bischof Georg B\u00e4tzing, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Co-Pr\u00e4sident des Synodalen Wegs, am Ende des Treffens.<\/p>\n<p>Der Optimismus schien berechtigt, zumal auch die Gro\u00dfwetterlage zun\u00e4chst in Richtung Aufbruch drehte: Kurz vor dem Treffen in Frankfurt war die Initiative<em> #OutInChurch<\/em> an die \u00d6ffentlichkeit gegangen. Sie hatte mutma\u00dflich noch dem Letzten deutlich gemacht, wie unabdingbar Reformen sind. Denn sie zeigte auf ber\u00fchrende, oft ersch\u00fctternde Weise, dass die Kirche das Evangelium verr\u00e4t, wenn sie Menschen, die nicht in die lehramtliche, l\u00e4ngst durch die Naturwissenschaften \u00fcberholte Anthropologie passen, weiterhin ausgrenzt, sanktioniert und dem\u00fctigt, insbesondere im kirchlichen Dienst.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlichen R\u00fcckenwind gab es durch eine Petition, die bekannte Pers\u00f6nlichkeiten unmittelbar nach der Synodalversammlung starteten. Mehr als 16000 Menschen haben diese <em>Frankfurter Erkl\u00e4rung: F\u00fcr eine synodale Kirche<\/em> bislang unterschrieben. Es ist ein\u2013 trotz allem \u2013 zuversichtlicher, nach vorne gerichteter Text, in dem es etwa hei\u00dft: \u201eWir nehmen den Geist synodaler Beratungen und Entscheidungen als eine Inspiration wahr, neue Wege zu finden, um den Menschen unserer Zeit den Gott des Lebens nahezubringen.\u201c<\/p>\n<p>Gr\u00fcne Welle f\u00fcr den Synodalen Weg also? Keine weiteren Schlagl\u00f6cher mehr bei diesem Projekt, das\u2013daran sei an dieser Stelle ausdr\u00fccklich erinnert \u2013 ja buchst\u00e4blich aus der Not geboren ist? Und zwar aus dem Leid so vieler, die durch die real existierende Kirche verletzt und teilweise um ihr Leben gebracht wurden. Der Urgrund des Synodalen Wegs war und ist es ja, die systemischen Ursachen f\u00fcr sexuellen und geistlichen Missbrauch zu beseitigen. Genau darum geht es, nicht um eine kirchenpolitische Agenda.<\/p>\n<p><strong>Doch die Nein-Sager schert das nicht. Sie waren durch die Erfolgsmeldungen h\u00f6chst alarmiert und versuchen seither, massiv dagegenzuarbeiten. <\/strong>R\u00fcckblickend bekommt man ja kaum noch zusammen, was in den letzten Monaten alles aufgefahren wurde: Es gab ablehnende bis geh\u00e4ssige Wortmeldungen, \u201ebesorgte\u201c Offene Briefe aus aller Welt, zuletzt ein anonymes Abkanzeln des Synodalen Wegs seitens des Vatikans. All diese Anw\u00fcrfe m\u00fcssen den Eindruck einer \u201ekonzertierten Aktion\u201c erwecken, res\u00fcmierte Philippa Rath soeben in der<em> Herder Korrespondenz<\/em>. Die Benediktinerin beklagt zudem den immer aggressiveren Ton in der Debatte. \u201eSelbstgerechtigkeit und Schubladendenken haben mancherorts Einzug gehalten \u2013 so weit, dass reformwilligen Kr\u00e4ften das Katholisch-Sein und die Liebe zur Kirche abgesprochen, sie als H\u00e4retiker und Ungl\u00e4ubige diffamiert und sogar pers\u00f6nlich angegriffen und verleumdet werden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Es stimmt leider: Die meisten Reformverweigerer suchen gerade keinen Dialog. <\/strong>Sie <em>wollen<\/em> sich gar nicht mit den Zielen, Vorschl\u00e4gen und theologischen Argumenten des Synodalen Wegs auseinandersetzen. Vielmehr lehnen sie das ganze Projekt als Verrat am Katholischen ab. Andernfalls h\u00e4tten sie doch auch eines der vielen Gespr\u00e4chsangebote angenommen! Aber bis heute legt etwa der Vatikan keinerlei Interesse an den Tag, das Pr\u00e4sidium des Synodalen Wegs \u00fcberhaupt nur zu empfangen. Ob das daran liegt, dass Bischof B\u00e4tzing klargemacht hat, es werde mit ihm keine klerikalen Kungeleien geben? Er signalisierte ja von Anfang an, dass er nur mindestens im \u201eDoppelpack\u201c nach Rom gehen werde, gemeinsam mit seiner Co-Vorsitzenden Irme Stetter-Karp, der Pr\u00e4sidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK).<\/p>\n<p>So muss man f\u00fcr die letzten Monate tats\u00e4chlich eine deutliche Verschlechterung des Gespr\u00e4chsklimas feststellen, vermutlich wesentlich von der Angst vor Ver\u00e4nderung getrieben. Teilweise geradezu sch\u00e4big ging es zur Sache. Traditionalisten konterkarierten und diffamierten den Reform-Prozess bis zur Unkenntlichkeit, damit er auch ja ins eigene Feindbild passte.<\/p>\n<p>Und dann die j\u00fcngste Wortmeldung aus dem Vatikan \u2026 \u201eZw\u00f6lf Zeilen Unsinn\u201c, wie der Jesuit, Publizist und CIG-Autor Andreas R. Batlogg in seinem Blog schreibt. Dass das scharf, aber treffend ist, offenbart schon der zweite Satz der Erkl\u00e4rung. \u201eDer \u201aSynodale Weg\u2018 in Deutschland ist nicht befugt, die Bisch\u00f6fe und die Gl\u00e4ubigen zur Annahme neuer Formen der Leitung und neuer Ausrichtungen der Lehre und der Moral zu verpflichten\u201c, hei\u00dft es da. Damit wird etwas unterstellt und der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert, was in der Satzung des Synodalen Wegs ohnehin ausgeschlossen ist. Dort steht eindeutig, dass es selbstverst\u00e4ndlich Themen gibt, die \u201eeiner gesamtkirchlichen Regelung vorbehalten sind\u201c. Somit sagt das Dokument mehr dar\u00fcber aus, wie der Synodale Weg in Rom gesehen wird, als dar\u00fcber, wie er wirklich ist.<\/p>\n<p>Auch der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz attackierte in einem Offenen Brief den Synodalen Weg pauschal. Erzbischof Stanislaw Gadecki schrieb im Februar: \u201eVermeiden wir die Wiederholung abgedroschener Slogans und Standardforderungen wie die Abschaffung des Z\u00f6libats, das Priestertum der Frauen, die Kommunion f\u00fcr wiederverheiratete Geschiedene oder die Segnung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften.\u201c Nur ein einziger Punkt sei aus dieser Emp\u00f6rungskaskade herausgegriffen, das Thema Z\u00f6libat. Wer in den entsprechenden Handlungstext des Synodalen Wegs schaut, wird ein sehr positives \u201eJa zum Z\u00f6libat\u201c finden: \u201eEin Ja zur priesterlichen Ehelosigkeit als einem angemessenen Zeugnis, als realem Symbol der Ausrichtung des Lebens auf den Herrn. Diese ist getragen von einer langen Tradition, geistlicher Erfahrung und von der gemeinschaftsstiftenden Kraft der viele Priester verbindenden Entscheidung f\u00fcr den Z\u00f6libat.\u201c Wo genau steht da jetzt der Passus von der angeblich geforderten \u201eAbschaffung\u201c des Z\u00f6libats? Das Gegenteil ist der Fall: Die Ehelosigkeit der \u201eWeltpriester\u201c soll ausdr\u00fccklich erhalten bleiben, wertgesch\u00e4tzt und wiedergewonnen werden \u2013 aber freiwillig sein. Nichts anderes schl\u00e4gt das Forum vor. Damit l\u00e4sst sich freilich nicht so gut Stimmung machen\u2026<\/p>\n<p>Selbst aus dem Vatikan kam inzwischen das Eingest\u00e4ndnis, dass ein solches Vorgehen mehr als zweifelhaft ist. \u201eIch denke, eine br\u00fcderliche Korrektur und ein Dialog sind etwas sehr Positives\u201c, sagte \u2013 ebenfalls in der <em>Herder Korrespondenz<\/em> \u2013 Kardinal Mario Grech, der Generalsekret\u00e4r der Bischofssynode. \u201eWarum aber eine \u00f6ffentliche Denunziation? Das hilft nicht. Es polarisiert nur zus\u00e4tzlich.\u201c<\/p>\n<p>Angesichts der vielen Anfeindungen in den letzten Monaten kann man die Verantwortlichen nur daf\u00fcr loben, wie sachlich sie immer noch auf die ganzen Angriffe reagieren. Insbesondere Georg B\u00e4tzing legt ein ums andere Mal dar, dass der Synodale Weg eben kein deutscher \u201eSonderweg\u201c ist, dass man keine zweite Reformation, kein Schisma beabsichtige, indem man etwa das Priestertum abschaffen wolle (wie ein weiterer verzerrter Vorwurf lautet).<\/p>\n<p><strong>Es geht nicht darum, den Synodalen Weg heiligzusprechen. Das Format hat sicher auch Fehler und Schw\u00e4chen \u2013 wie sollte es anders sein? <\/strong>Zu fragen w\u00e4re zum Beispiel, warum es so wenig gelungen ist, das Projekt wirklich vor Ort in den Gemeinden zu verankern. Einige unterstellen deshalb, dass da wieder einmal nur die \u201e\u00fcblichen Verd\u00e4chtigen\u201c die Dinge unter sich ausmachen. Genauso ist es mit dem Wirken in die Gesellschaft hinein. Manch einer w\u00fcnscht sich mehr prophetische Zeitansage anstatt des notwendigen Aufr\u00e4umens im eigenen Haus \u2013 vielleicht liegt die Wahrheit ja irgendwo dazwischen. Und warum ist es nicht besser gelungen, die geistliche Dimension des Ganzen zu vermitteln? So macht man sich unn\u00f6tig angreifbar f\u00fcr das oft wiederholte \u201eTotschlagargument\u201c, es brauche keine Strukturreformen, sondern vor allem einen geistlichen Neuanfang (um den es ja wesentlich geht).<\/p>\n<p>Andere kritisieren das hohe Tempo, welches ja tats\u00e4chlich dazu f\u00fchrt, dass vielleicht noch nicht alles sprachlich und inhaltlich aufeinander abgestimmt ist und gut aufeinander aufbaut. Fairerweise muss da aber gesagt sein, dass es auch das Gegenteil gibt: Etlichen geht es nicht schnell, nicht weit genug.<\/p>\n<p>Damit zusammen h\u00e4ngt die Art und Weise der Kommunikation, die noch nicht optimal zu laufen scheint. Denn wie kann es sein, dass jemand wie der Wiener Kardinal Christoph Sch\u00f6nborn den Eindruck bekommt, er m\u00fcsse vor der Instrumentalisierung des Missbrauchs warnen? Oder dass doch so viele in der Weltkirche meinen, die Kirche in Deutschland wolle evangelisch werden, wie selbst Papst Franziskus \u2013 s\u00fcffisant und wenig hilfreich \u2013 meinte? Dass sich jetzt so deutlich wie nie seit Beginn des Synodalen Wegs zwei Lager gegen\u00fcberstehen, liegt sicherlich an den anstehenden Entscheidungen, auch an mancher Blockadehaltung \u2013 aber wom\u00f6glich auch an zu wenig Kommunikation.<\/p>\n<p>Es gibt also gewiss noch Verbesserungsbedarf. Allerdings haben wir auch nichts Besseres als dieses Format. Im Gegenteil: Es ist das Beste, Intensivste, Konkreteste, was die Kirche in Deutschland seit langem aufgeboten hat. Es ist ein geistlicher Prozess. Und es ist ein Weg, der m\u00f6glichst keine Sieger und Verlierer hinterlassen sollte. Deshalb ja auch die Synodalit\u00e4t, die sich unter anderem in dem besonderen Abstimmungsverfahren \u00e4u\u00dfert. Es wird n\u00e4mlich nicht einfach \u00fcber die Textvorlagen abgestimmt, und eine wom\u00f6glich knappe Mehrheit tr\u00e4gt dann den \u201eSieg\u201c davon. Sondern man will m\u00f6glichst viele \u201emitnehmen\u201c. Die Entscheidungen sollen eine breite Basis haben. Formal stellt die Satzung dies dadurch sicher, dass endg\u00fcltige Beschl\u00fcsse nur dann zustande kommen, wenn sie von einer doppelten Zweidrittelmehrheit getragen werden: sowohl bei den Teilnehmenden insgesamt als auch unter den Bisch\u00f6fen.<\/p>\n<h2>Das Format hat sicher Fehler und Schw\u00e4chen \u2013 wie sollte es auch anders sein? Allerdings haben wir nichts Besseres. Der Synodale Weg ist das Intensivste und Konkreteste, was die Kirche in Deutschland seit langem angeboten hat.<\/h2>\n<p>Es gibt einige wenige in Rom, die das wahrnehmen. \u201eIch habe Vertrauen in die katholische Kirche in Deutschland und in die Bisch\u00f6fe, dass sie wissen, was sie tun\u201c, erkl\u00e4rte etwa Mario Grech. Immerhin. Aber selbst bei ihm, dem eigentlich Wohlmeinenden, kommen die Laien nicht ausdr\u00fccklich vor. Auch das zeigt, mit welchem Argwohn, ja Misstrauen Rom dem Synodalen Weg begegnet. Am liebsten w\u00fcrde man das deutsche Projekt einfach in den weltweiten Prozess der Bischofssynode zum Thema Synodalit\u00e4t einbinden, einhegen, es ganz dort aufgehen lassen.<\/p>\n<p>Dieser \u201eSchuss\u201c k\u00f6nnte freilich aus Sicht der Verhinderer nach hinten losgehen. Denn immer mehr Bist\u00fcmer melden derzeit die Ergebnisse ihrer Befragungen nach Rom. Und siehe da: \u201eBei weitem nicht nur in Deutschland wird nach einem transparenteren und partizipativeren Umgang mit Macht, nach einer weiterentwickelten, besser vermittelbaren Beziehungs- und Sexualethik, nach einer zukunftsoffeneren Gestaltung priesterlicher Existenz und nach einer verantwortungsvolleren und sichtbareren Rolle der Frauen in der Kirche gefragt\u201c, wie Georg B\u00e4tzing und Irme Stetter-Karp in einem aktuellen gemeinsamen Wort festhalten. Von wegen also deutscher Sonderweg\u2026<\/p>\n<p><strong>Weiter geht dieser Weg mit der vierten Synodalversammlung vom 8. bis 10. September in Frankfurt.<\/strong><\/p>\n<p>Was steht auf dem Programm?<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt stehen Abstimmungen \u00fcber 14 Vorlagen, die aus allen vier Synodalforen kommen. Es geht sowohl um Grundlagentexte als auch um (konkrete) Handlungstexte. Neun der 14 Dokumente werden bereits in zweiter (mutma\u00dflich entscheidender) Lesung beraten.<\/p>\n<p>Was sind die drei hei\u00dfesten Eisen?<\/p>\n<p>1) Der Handlungstext <em>Synodalit\u00e4t nachhaltig st\u00e4rken<\/em> sieht die Einrichtung eines Synodalen Rats auf Bundesebene vor. Er soll parit\u00e4tisch von den Di\u00f6zesanbisch\u00f6fen und Laienvertretern besetzt sein und \u201eGrundsatzentscheidungen von \u00fcberdi\u00f6zesaner Bedeutung\u201c treffen k\u00f6nnen. Das Anliegen dahinter ist es, \u201edas Miteinander von Bisch\u00f6fen und Gl\u00e4ubigen\u2026zur st\u00e4ndigen Praxis werden\u201c zu lassen\u2013 Synodalit\u00e4t auf Dauer zu stellen, wie es oft hei\u00dft.<\/p>\n<p>Bei diesem Antrag ist noch vieles unklar: Wie gliedert sich der Synodalrat in die bestehende Gremienlandschaft ein? Wie werden Doppelstrukturen vermieden? Wie \u201epasst\u201c ein deutschlandweiter Rat \u00fcberhaupt zur Organisation der katholischen Kirche, in der die Bist\u00fcmer die entscheidende Gr\u00f6\u00dfe sind? Ein Knackpunkt ist insbesondere nat\u00fcrlich, dass bei diesem Modell die Bisch\u00f6fe Macht abgeben m\u00fcssten\u2026<\/p>\n<p>2) Der Handlungstext Der<em> Z\u00f6libat der Priester \u2013 Best\u00e4rkung und \u00d6ffnung<\/em> spricht sich daf\u00fcr aus, dass auf Ebene der Weltkirche \u201eneu gepr\u00fcft\u201c wird, ob \u201edie Verbindung der Erteilung der Weihen mit der Verpflichtung zur Ehelosigkeit\u201c zwingend ist. Langfristiges Ziel ist eine \u201eallgemeine Freistellung des Z\u00f6libatsversprechens\u201c, erster Schritt dahin soll die Weihe sogenannter bew\u00e4hrter M\u00e4nner <em>(viri probati)<\/em> sein.<\/p>\n<p>Gerade die \u201epriesterliche Existenz\u201c wurde in den vergangenen Monaten sehr emotional diskutiert, was unter anderem an dem etwas verungl\u00fcckten Auftrag der dritten Synodalversammlung lag, zu pr\u00fcfen, ob es ein Priesteramt \u00fcberhaupt brauche.<\/p>\n<p>3) Der Handlungstext<em> Lehramtliche Neubewertung von Homosexualit\u00e4<\/em>t kann stellvertretend f\u00fcr die kontrovers diskutierten Positionen des gesamten Forums IV gelten. Er geht davon aus, dass Sexualit\u00e4t weit komplexer ist als das, was die Kirche dazu sagt. Mehrere Antr\u00e4ge sehen vor, dass die Lehre weiterentwickelt werden soll. Aber auch ganz konkrete Ver\u00e4nderungen wie etwa die \u00dcberarbeitung des Weltkatechismus (\u00e4hnlich wie es im Fall der Todesstrafe m\u00f6glich war) oder die (bereits laufende) Revision der <em>Grundordnung des kirchlichen Dienstes<\/em> werden angemahnt.<\/p>\n<p>Wenn ich nur einen einzigen Text lesen k\u00f6nnte?<\/p>\n<p>Dann lesen Sie den Grundtext des \u201eFrauenforums\u201c, der ebenfalls zur zweiten Lesung ansteht. Denn er steht beispielhaft f\u00fcr die Arbeit des Synodalen Wegs: Theologisch auf der H\u00f6he der Zeit, wird hier ruhig und sachlich argumentiert, biblisch, kirchengeschichtlich, \u00f6kumenisch, systematisch-theologisch\u2026 Sein Anliegen ist es, die von Papst Johannes Paul II. zugeschlagene T\u00fcr beim Thema Frauenordination (\u201ekeine Vollmacht\u201c) wieder zu \u00f6ffnen. Da es daf\u00fcr sp\u00e4testens auf Ebene der Weltkirche aktuell keine Mehrheit gibt, ist diesem Text jede Beachtung zu w\u00fcnschen, damit er nicht einfach zu den Akten gelegt wird.<\/p>\n<p>Was geht durch? Was wird abgelehnt?<\/p>\n<p>Von der Gewaltenteilung \u00fcber das Priesterbild bis hin zur geschlechtlichen Vielfalt bieten sehr viele Themen das Potential f\u00fcr emotionale Diskussionen. An jedem dieser Punkte k\u00f6nnen die Beratungen auch eine Eigendynamik entwickeln und grunds\u00e4tzlich werden. Zu erwarten ist, dass Texte eher an der fehlenden Zweidrittelmehrheit der Bisch\u00f6fe scheitern als an der fehlenden Mehrheit des Gesamtplenums. Zur Erinnerung: Nur 23 Bisch\u00f6fe m\u00fcssen mit \u201eNein\u201c stimmen, um eine Vorlage zu Fall zu bringen. Diese Grenze ist schnell erreicht und war bereits bei den bisherigen Synodalversammlungen immer wieder in Sicht. Irme Stetter-Karp hat dazu erkl\u00e4rt: \u201eWir k\u00f6nnen nicht erwarten, dass wir alle Texte durchbekommen, das w\u00e4re verwegen und auch aus demokratietheoretischer Sicht problematisch.\u201c<\/p>\n<p \/>\n<p \/>\n<p><strong>Stephan Langer<\/strong><\/p>\n<p>Chefredakteur bei CHRIST IN DER GEGENWART.<\/p>\n<p>Quelle: CHRIST IN DER GEGENWART 2022, Heft 36, S. 3-4<\/p>\n<p>Alle Rechte vorbehalten.<br \/>Copyright \u00a9 Verlag Herder, Freiburg.<br \/><a href=\"https:\/\/www.herder.de\/cig\/\">https:\/\/www.herder.de\/cig\/<\/a><\/p>\n<p>&#013;<br \/>\nSource: PV Gelsenkirchen-Horst<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie kann ich die Synodalversammlung verfolgen? Dokumente, Reden und Beitr\u00e4ge zum Synodalen Weg sind unter www.synodalerweg.de verf\u00fcgbar. Live \u00fcbertragen wird die Versammlung unter anderem auf dem Youtube-Kanal der Bischofskonferenz. 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