{"id":5027,"date":"2025-11-03T00:00:00","date_gmt":"2025-11-02T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kirche-aktuell.de\/?p=5027"},"modified":"2025-11-03T00:00:00","modified_gmt":"2025-11-02T23:00:00","slug":"schweigezug-kundgebung-am-9-november-2025-zum-gedenken-an-die-opfer-der-novemberpogrome-1938","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kirche-aktuell.de\/?p=5027","title":{"rendered":"Schweigezug &amp; Kundgebung am 9. November 2025 zum Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome 1938"},"content":{"rendered":"<p>Am 9. November 2025 zum Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome 1938<br \/>Wir rufen alle Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener auf:<br \/>Beziehen Sie mit Ihrer Teilnahme an Demonstration und Kundgebung Stellung!<br \/>Wir bitten darum, auf Fahnen und Transparente zu verzichten.<\/p>\n<p>Treffpunkt an der Gesamtschule \u00dcckendorf (Bochumer Str. 190)<br \/>Schweigezug zum J\u00fcdischen Friedhof \u00dcckendorf (Am D\u00f6rdelmannshof)<br \/>(Die m\u00e4nnlichen Besucher werden gebeten, auf dem Friedhof eine Kopfbedeckung zu tragen.)<\/p>\n<p>Kundgebung<br \/>Slava Pasku, 1. Vorsitzende der J\u00fcdischen Gemeinde Gelsenkirchen: Begr\u00fc\u00dfung<br \/>Jugendzentrum Chesed: Gedanken j\u00fcdischer Jugendlicher Kaddisch<br \/>Andrea Henze, Oberb\u00fcrgermeisterin der Stadt Gelsenkirchen,<br \/>Schirmherrin der Demokratischen Initiative: Gedenkrede<br \/>Moorsoldatenlied<\/p>\n<p \/>\n<p \/>\n<p>F\u00fcr Respekt, Toleranz und Zivilcourage \u2013 gegen Gewalt und Menschenfeindlichkeit!<br \/>Seit 1964 erinnern die Menschen in Gelsenkirchen jedes Jahr am 9. November an die Ver-<br \/>brechen an der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung in der NS-Zeit. Nach 1933 wurden in Deutschland<br \/>J\u00fcdinnen und Juden durch zahlreiche antisemitische Ma\u00dfnahmen an den Rand der Ge-<br \/>sellschaft gedr\u00e4ngt. Die Novemberpogrome des Jahres 1938 waren ein brutaler H\u00f6he-<br \/>punkt dieser andauernden Diskriminierung und der Verbrechensgeschichte des \u201eDritten<br \/>Reiches\u201c. Die Verfolgung der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung und anderer Menschen, die als \u201eGe-<br \/>meinschaftsfremde\u201c stigmatisiert wurden, gipfelte in Vernichtungskrieg und V\u00f6lkermord.<br \/>Extremer Nationalismus, Antisemitismus, Rassismus, antidemokratisches Denken und<br \/>Kriegsverherrlichung waren die Ursachen. Die Erinnerung verpflichtet uns f\u00fcr die Ge-<br \/>genwart und die Zukunft, solche Entwicklungen entschlossen zu bek\u00e4mpfen. Daf\u00fcr gibt<br \/>es auch in unserer Stadt immer noch traurigen Anlass. Menschen j\u00fcdischen Glaubens<br \/>m\u00fcssen in ihrem Alltag immer wieder Beleidigungen und Bedrohungen ertragen. Antise-<br \/>mitische Einstellungen, Verschw\u00f6rungsglaube und offener Hass in viel zu vielen K\u00f6pfen<br \/>spalten unsere Gesellschaft und gef\u00e4hrden unsere Demokratie.<br \/>Ausgangspunkt unseres diesj\u00e4hrigen Schweigezugs ist die Gesamtschule \u00dcckendorf. Von<br \/>dort f\u00fchrt unser Weg zum J\u00fcdischen Friedhof \u00dcckendorf. Der Friedhof besteht seit 1927<br \/>und ist heute noch Begr\u00e4bnisst\u00e4tte f\u00fcr die Mitglieder der J\u00fcdischen Gemeinde Gelsenkir-<br \/>chen. Dort befindet sich u. a. das Grab des Gelsenkirchener Ehrenb\u00fcrgers Kurt Neuwald.<br \/>Obwohl die meisten seiner Familienmitglieder ermordet worden waren und er selbst Jah-<br \/>re in Ghettos und Konzentrationslagern eingesperrt war, kehrte er 1945 nach Gelsenkir-<br \/>chen zur\u00fcck. Er hatte wesentlichen Anteil am Wiederaufbau der J\u00fcdischen Gemeinde in<br \/>seiner Heimatstadt.<br \/>Auch in \u00dcckendorf wurden j\u00fcdische Familien in der Pogromnacht 1938 von ihren Nach-<br \/>barn misshandelt und gedem\u00fctigt. Die meisten Menschen schauten weg, als das Unrecht<br \/>geschah. Nur wenige halfen. F\u00fcr ihre Schandtaten wurden die T\u00e4ter niemals bestraft.<br \/>Stellvertretend f\u00fcr die Gelsenkirchener Opfer der nationalsozialistischen Judenverfol-<br \/>gung m\u00f6chten wir an die Familie Buchthal aus \u00dcckendorf erinnern. Julius und Frieda<br \/>Buchthal hatten ein W\u00e4schegesch\u00e4ft auf der Bochumer Stra\u00dfe. Sie wurden am 31. M\u00e4rz<br \/>1942 aus Gelsenkirchen nach Warschau deportiert und sp\u00e4ter ermordet. Ihr Sohn Rudolf<br \/>war bereits einige Wochen zuvor nach Riga deportiert worden und kam sp\u00e4ter im KZ Stutt-<br \/>hof um. Mit unserem gemeinsamen Gedenken m\u00f6chten wir bekunden, dass die Menschen<br \/>in Gelsenkirchen die nationalsozialistischen Verbrechen nicht vergessen haben und nicht<br \/>vergessen werden.<br \/>Die Demokratische Initiative ruft alle B\u00fcrgerinnen, B\u00fcrger und G\u00e4ste Gelsenkirchens auf,<br \/>zahlreich an Kundgebung und Schweigezug teilzunehmen.<br \/>Wir fordern dazu auf, jeder Form von Extremismus, Menschenfeindlichkeit und Gewalt<br \/>entschieden entgegenzutreten.<br \/>Wir treten ein f\u00fcr Toleranz und Frieden, f\u00fcr die Achtung der Grund- und Menschenrechte,<br \/>Mut, Zivilcourage und demokratisches Engagement im Alltag.<br \/>In Gelsenkirchen darf es keinen Platz f\u00fcr Antisemitismus, Rassismus, Diskriminierung von<br \/>Minderheiten und v\u00f6lkisches Denken geben.<br \/>Demokratie muss t\u00e4glich gelebt werden, Erinnerung ist ein wichtiger Teil davon.<\/p>\n<p>&#013;<br \/>\nSource: PV Gelsenkirchen-Horst<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 9. 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